„Balearic Berlin“ von Luca Turin

Der Besuch in dem riesigen neuen Laden von Bloom Perfumery zusammen mit meinen erwachsenen Kindern hat Spaß gemacht. Die Inhaberin, Oksana Polyakova, und ich haben einen Tausch gemacht: Ich habe ihr die Düfte „Möbius“ und „Shennong“ aus China übergeben und dafür eine Wundertüte mit Proben erhalten. Anschließend ging sie herum und suchte Flakons heraus, an denen wir riechen konnten. 

Oksana erinnert mich an russische Konzertansager, die kurz vor dem Auftritt an den vorderen Rand der Bühne treten und mit resignierter Stimme „Chopin …“ sagen, bevor sie beschreiben, wer was spielt – so wie sie Streifen versprüht, sie weiterreicht, aufrecht und teilnahmslos dasteht und den Markennamen nennt, gerade als der Duft unsere Nasenlöcher erreicht. Ich wage zu behaupten, dass einiges von dem, was sie uns gezeigt hat, eher „Mal and the Primitives“, aber sie hätte genauso gut„Chopin“sagen können,währendwir D:SOL rochen. 

D:SOL, das sich selbst als „mediterrane Nischenparfüms“ bezeichnet, ist eine deutsche Marke, die von Menschen geführt wird, die offenbar in Mallorca verliebt sind. Die Zahl der Deutschen, die von den Balearen schwärmen, ist mittlerweile so hoch, dass ich langsam den Verdacht hege, ich sollte selbst einmal hinfahren. 

Nachdem ich ein Dutzend trostloser kleiner Düfte geschnuppert hatte, die sich an eine Zielgruppe richteten, die ich als „ahnungslos, aber wohlhabend“ bezeichnen würde, war die Qualität dieser Düfte geradezu berauschend. Parfums, die von ernsthaften Parfümeuren fachgerecht konzipiert und zusammengestellt wurden, können einem Tränen in die Augen treiben. Ich besitze vier (SOMBRA, LÁDANO, TERRAM und ISLETA) der D:SOL-Düfte und werde mir weitere zulegen. In der Zwischenzeit…

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